AIT – Europäische Architekturzeitschrift, Ausgabe 01/02 – 2015

Friedberg

Das Kunstwerk „Glück“ besteht aus zwölf innerstädtischen Leuchtinstallationen, die christliche Ikonen neu interpretieren. Im 750. Jubiläumsjahr der Stadt Friedberg hat Elisabeth Brockmann damit eine Brücke zwischen Zeitgenössischem und Historischem geschlagen und ein Werk geschaffen, das für alle sichtbar ist. Das leuchtende Ensemble verwandelt die Stadt in einen opulenten Kunstraum, reich an neuen Perspektiven, in dem sich umherwandern lässt, in den man eintauchen kann und der die Phänomene unserer Gegenwart ungewohnt beleuchtet. Aus ihrem religiösen Kontext gelöst, verlieren die Motive, die sakrale Skulpturen zeigen, ihre Selbstverständlichkeit. Fern vom bekannten, geschützten Kirchenraum stößt der Besucher an Orten auf sie, wo er sie nicht erwartet. Er wird überrascht. Gesichter von Heiligenfiguren, scheinbar vertraut, verblüffen die Passanten mit der irritierenden Direktheit ihres Blicks. Mehr Infos zu dieser Arbeit lesen Sie hier.

The artwork „Glück“ consists of twelve inner-city light installations reinterpreting christian icons. In the 750th anniversary year of the city of Friedberg, Elisabeth Brockmann used them to create a bridge between the contemporary and the historic and thus conceived an artwork that is visible to everybody. The shining ensemble transformed the city into an opulent artistic space, abundant with new perspectives, where one can wander around, in which one can immerse, and which illuminates the phenomena of our presence in an unfamiliar way. Separated from their religious context, the motifs representing sacred sculptures lose their implicitness. Far away from the familiar, protected church interior, the visitor comes across them in places where one does not expect them. One is surprised. Faces of saints, apparently familiar, astound the passers-by with the confusing directness of their looks. For more information click here.

 


 

Mannheim

Zur Neueröffnung des Museums Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim realisierte Elisabeth Brockmann an der über 1.000 Quadratmeter großen Barockfassade eines der derzeit größten Lichtkunstwerke in Europa. Die Düsseldorfer Künstlerin hat für die 53 mal 20 Meter grosse Arbeit das Abbild einer „menschlichen Fassade“ digital zerlegt und so bearbeitet, dass sich die 50 einzelnen Lichtinstallationen scheinbar nahtlos in die architektonische Fassade einfügen und dem Zeughaus „ein Gesicht verleihen“. Jedes einzelne Element ist malerisches Detail eines Blickes aus den stummen Augen einer Schaufensterfigur. Erst aus der Ferne fügen sich die strahlenden Bildtafeln zu einem scheinbar menschlichen Blick zusammen, der bei Tag und bei Nacht über den ehemaligen Exerzierplatz vor dem Zeughaus schweift. Den Passanten begegnet und folgt er, als sei er nicht Kunst, sondern Teil ihres Lebens. Mehr Infos zu dieser Arbeit lesen Sie hier.

On the occasion of the re-opening of the Zeughaus Museum of the Reiss-Engelhorn-Museums in Mannheim, Elisabeth Brockmann implemented one of the currently largest light artworks in Europe on the more than 1,000-square metre baroque facade. For the huge artwork measuring 53 by 20 metres, the Düsseldorf-based artist digitally de-composed the image of a „human facade“ and edited it in a way that the 50 individual light installations seem to seamlessly integrate into the architectural facade and lend the arsenal „a face“. Every single element is the pictorial detail of the expression of the silent eyes of a mannequin. Only from a distance the shining panels merge to form seemingly human eyes wandering across the former parade ground in front of the arsenal at day and at night. It meets and follows passers-by, as if it was not art but a part of their lives. For more information click here.

 


 

Albertinum

Bei „Keep in View“ handelt es sich um Leuchtbilder mit Szenen aus Gemälden der im Dresdner Albertinum untergebrachten Galerie Neue Meister. Diese schmücken die Fassade des Ausstellungshauses. Für die Installation hat Elisabeth Brockmann sechs Porträts aus der Sammlung digitalisiert und mit fotografischen Aufnahmen der Fassa- denarchitektur verschmolzen, so dass Bildmotive und Architekturelemente einander durchdringen. Die so entstandenen Bilder wurden auf Formate bis zu 2,5 mal 3,5 Meter vergrößert und in speziell dem Baukörper angepassten Lichtkästen in das Gemäuer versenkt. So leuchten bei Tag und Nacht aus den Schmuckfassaden des mächtigen Museumsgebäudes in luftiger Höhe die Blicke der porträtierten Menschen. Mit dem bildhaften Transfer der Porträtszenen wird ein Spiel mit dem „Nach außen Zeigen des im Inneren Geborgenen“ eröffnet. Mehr Infos zu dieser Arbeit lesen Sie hier.

„Keep in View“ are luminous pictures showing scenes from paintings at the Galerie Neue Meister accommodated at the Albertinum in Dresden. These pictures adorn the facade of the exhibition building. For this installation, Elisabeth Brockmann digitalised six portraits from the collection and merged them with photographs of the facade architecture so that image motifs and architectural elements penetrate one another. The thus created images were blown up to formats of up to 2.5 by 3.5 metres and recessed in the walls in light boxes specifically adapted to the building. As a result, the expressions of the portrayed people shine at an airy height from the decorative facades of the impressive museum building at day and night. The pictorial transfer of the portrait scenes starts a play with the „presentation towards the outside what is secured inside“. For more information click here.